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Wasserverband tagt in Hartha

Mitgliedskommunen des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz trafen sich am 1. Juni / Umfangreiche Agenda mit Investitionen und Rückschau auf die Betriebsführung im Jahr 2025

Wo wird derzeit gebaut und wie gut kommen die Maßnahmen voran? Was gibt es in der Rückschau auf 2025 über den Betrieb der wasserwirtschaftlichen Anlagen zu sagen? Und wie ist der Stand bei der Bearbeitung der Wasserversorgungskonzeption, die über die Zukunft der Trinkwasserversorgung unter dem Eindruck von klimatischen und demographischen Änderungen Aussagen treffen soll?
All diese Themenkomplexe sind am Montag, 1. Juni, in Hartha zur Sprache gekommen, wo sich die Mitgliedskommunen des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz getroffen haben. Beschlüsse standen nicht auf der Tagesordnung dieser Verbandsversammlung. Stattdessen diente diese Zusammenkunft dazu, die Vertreter der Kommunen im Wasserverband auf den aktuellen Stand wichtiger Projekte zu bringen.

Gebührenkalkulation für 2027

Dazu zählt auch die Gebührenkalkulation für den Zeitraum ab 2027. Ein Thema, das ab Sommer bearbeitet wird, wie Verbandsgeschäftsführer Stephan Baillieu ankündigte, sodass genügend Zeit sei, die Zahlen in den Gremien zu besprechen. Die erforderlichen Beschlüsse dazu sind dann in der Sitzung Ende dieses Jahres zu fassen. Derzeit wird der Jahresabschluss für 2025 geprüft. Danach sei der Wasserverband weiter „solide unterwegs“, erklärte Stephan Bailleu, und zuverlässig in der Lage, die Trinkwasserversorgung im Verbandsgebiet auf hohem Niveau zu gewährleisten.

Analyse der Trinkwasserqualität

Das gilt nicht zuletzt für die Qualität des Trinkwassers. Der Umfang der Trinkwasserproben ist 2025 weiter ausgeweitet worden. Das, erfuhren die Vertreter der Mitgliedskommunen, liege vor allem an der novellierten Trinkwasserverordnung. Danach müssen noch mehr Parameter untersucht werden, um eine noch höhere Sicherheit für die Verbraucher zu erzielen. 642 Proben des Trinkwassers wurden im abgelaufenen Jahr sowohl in den Wasserwerken als auch im Versorgungsnetz genommen und in akkreditierten Laboren eingehend untersucht.
Auch ein Beitrag zur Trinkwasserqualität sind die regelmäßigen Putzaktionen in Wasserspeichern. Insgesamt 44 Kammern wurden 2025 gereinigt. Zudem wurden knapp 700 Hydranten im gesamten Verbandsgebiet gespült und überprüft.

Umfangreiche Investitionstätigkeit

Mit Investitionen in Höhe von fast 7,1 Millionen Euro ist auch im vergangenen Jahr viel dafür getan worden, das Leitungsnetz weiter zu modernisieren. Die geplanten Maßnahmen konnten zu 90 Prozent realisiert werden, wie auf der Verbandsversammlung informiert wurde. Einige Projekte verschoben sich, was unter anderem auf Gemeinschaftsmaßnahmen zutrifft, bei denen mehrere Partner gemeinsam bauen.
2026 wird nicht minder investiert: im Gegenteil. Mehr als 7,2 Millionen Euro sind eingeplant, um Leitungen und Versorgungsanlagen zu erneuern und auszubauen. Und wie weit die größten Projekte inzwischen vorangekommen sind, erfuhren die Mitgliedskommunen in Hartha.
So soll zum Beispiel der zweite Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt Schmannewitz (Stadt Dahlen) im Juni abgeschlossen werden. In der Staatsstraße 24 sind mehrere Partner aktiv, federführend ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Auch in Dahlen wurden knapp 900 Meter der Trinkwasserleitung in der Wurzener Straße erneuert. Diese Maßnahme ist abgeschlossen.

Von Limbach bis Oschatz

Im Norden des Verbandsgebietes wird unter anderem zwischen Limbach und Leuben eine neue Trinkwasserleitung verlegt. Auch in der Ortslage Limbach ist die Versorgungsleitung in diesem Frühjahr auf rund 540 Metern Länge erneuert worden.
In Oschatz liegen die Arbeiten in der Nordstraße in den Endzügen – zumindest, was die Erneuerung des Trinkwassernetzes auf knapp 700 Metern Länge betrifft. In den kommenden Wochen soll die Straßenoberfläche erneuert werden.

Baustellen in Döbeln

Auch in Döbeln wird jede Menge investiert. So zum Beispiel in der Rosa-Luxemburg-Straße, wo derzeit der zweite Bauabschnitt realisiert wird. Bis August sollen die Arbeiten in der Staupitzstraße abgeschlossen werden, weil dann die Landestalsperrenverwaltung die Baustelle übernimmt und den Hochwasserschutz für die Stadt verbessert. Und im Mai haben auch die Arbeiten in der Richard-Wagner-Straße begonnen. Der zweite Bauabschnitt soll bis Oktober umgesetzt werden.
In Roßwein wird unter anderem An der Laute das Netz erneuert. Im Juni will man hier fertig werden. Das gilt auch für den Leisniger Ortsteil Kroptewitz, wo ebenfalls ein Teilstück der vorhandenen Versorgungsleitung erneuert wird.

Wasserversorgungskonzeption in Arbeit

In Sachen Versorgungskonzeption wurden die Mitglieder der Verbandsversammlung ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht. Der Freistaat Sachsen hat den Wasserverband Döbeln-Oschatz – wie alle anderen Trinkwasserversorger auch – aufgefordert, seine Konzeption zu aktualisieren und darin zu beschreiben, wie man die Trinkwasserversorgung als Lebensgrundlage und Standortfaktor nachhaltig gestalten will. Die Vorausschau reicht bis ins Jahr 2035. Wie Stephan Baillieu informierte, seien die Grundlagen auf Seiten des Verbandes und Betriebsführers geschaffen. Man warte nun auf Zuarbeiten aus Dresden. Die Fortschreibung der Wasserversorgungskonzeption ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie bezieht sich einerseits auf Fragen der Ressourcenverfügbarkeit, andererseits auf die Nachfrage. Im Kern geht es darum, die Entwicklung dieser Punkte nachvollziehbar zu prognostizieren.

Baustelle Staupitzstraße in Döbeln: Verlegen neuer Trinkwasserleitungen