Mit einer neuen Hauptleitung in der Givorser Straße soll die Trinkwasserversorgung im Bereich Döbeln Ost dauerhaft stabilisiert werden. Hintergrund ist eine Häufung von Rohrschäden in diesem Bereich des Leitungsnetzes der Döbeln-Oschatzer Wasserwirtschaft GmbH (DOWW).
„Wir verlegen in der Givorser Straße auf circa 170 Metern eine neue Leitung aus Kunststoff und erweitern auf rund 70 Metern auch das Netz in Richtung Nossener Straße“, informiert Danilo Kerl, Vorarbeiter der Veolia Wasser Deutschland GmbH in der Trinkwassergruppe Döbeln. Damit schaffe man eine zusätzliche Einspeisung für das Wohngebiet und sei künftig nicht mehr ausschließlich auf das zwischen den Wohnblöcken verlaufende Leitungsnetz angewiesen, das sich zudem als anfällig für Rohrschäden erweist.
Die neue Leitung wird durch die Firma RAT Rohr- und Anlagentechnik GmbH ohne Einschränkungen der Trinkwasserversorgung im Bohrspülverfahren verlegt. Dabei werden lediglich in größeren Abständen Start- und Zielgruben geschaffen, um die neue Leitung unterhalb der Erdoberfläche einzuziehen. Ein offener Rohrgraben erübrigt sich damit. Die Arbeiten sollen in den nächsten Tagen abgeschlossen werden, informiert Jens Jakob, Gruppenleiter bei Veolia in Döbeln. Und man hoffe, Rohrbrüche mit dieser zusätzlichen Option der Trinkwassereinspeisung für das Gebiet deutlich reduzieren zu können.
Davon gab es in der Vergangenheit bedauerlicherweise einige. Am 4. August ist die Trinkwasserversorgung für Teile des Wohngebietes Döbeln Ost ausgefallen. Betroffen waren Anwohner der Unnaer, Givorser und Nossener Straße. Eine noch aus Asbestzement bestehende Leitung in der Unnaer Straße war gebrochen – höchstwahrscheinlich aus Altersgründen. Am selben Tag hatten die Mitarbeiter von Veolia, die im Auftrag des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz tätig sind, das Leck zwar repariert, das Wasser floss wieder – allerdings war die Freude nicht von Dauer.
Am Abend gab es einen weiteren Rohrbruch – wenige Meter neben dem Leck, das im Laufe des Tages repariert werden konnte. „Wir wissen nicht, woran es gelegen hat“, sagt Danilo Kerl. Beim Alter der Leitung, die etwa zur selben Zeit wie die Wohnblöcke entstanden sein muss, könne man jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich um Materialermüdung handelte. Mit einem Provisorium konnte die Trinkwasserversorgung nach wenigen Stunden wiederhergestellt werden. Eine Belastung des Wassers mit Darmbakterien erforderte später allerdings eine intensive Spülung und Desinfizierung des Leitungsabschnittes..
Auch im Juni hatte es in der Unnaer Straße einen Rohrbruch gegeben. In der Tat eine ungewöhnliche Häufung von Rohrschäden. Die DOWW reagiert und schafft mit der zweiten Einspeisung für diesen Bereich der Stadt die Redundanz, die es vor allem bei Rohrbrüchen braucht. Die Investition sei zwar nicht geplant gewesen, aber bei dem aktuellen Geschehen auch nicht aufschiebbar, wie Verbandsgeschäftsführer Stephan Baillieu betont.
